Bauernbund Brandenburg entlarvt unseriöse Ökonomen: Versorgungssicherheit geht nur mit hoher Selbstversorgung

Acht Jahre friedlicher Protest: Von Bauern angezündete Häuser gibt es nur in der Lügenpropaganda eines Clemens Fuest (Foto: Ostländer)Acht Jahre friedlicher Protest: Von Bauern angezündete Häuser gibt es nur in der Lügenpropaganda eines Clemens Fuest (Foto: Ostländer)Der Bauernbund Brandenburg hat den Leiter des Ifo-Instituts Clemens Fuest als geistigen Brandstifter bezeichnet. Der Münchner Wirtschaftswissenschaftler hatte seine Forderung nach Abschaffung sämtlicher Agrarsubventionen gegenüber dem Spiegel unter anderem damit begründet, dass die Vergabe öffentlicher Gelder sich nicht danach richten dürfe, wer am meisten Häuser anzünde und am radikalsten sei. „Wenn jemand nach bald acht Jahren überwiegend friedlicher Bauernproteste, in Ausnahmefällen mit Blockaden oder Barrikaden, aber stets ohne Sachbeschädigung, unseren Berufsstand in Zusammenhang mit gewalttätigen Ausschreitungen bringt wie sie ausgerechnet jetzt vom linken Mob in europäischen Städten veranstaltet werden, dann hat er jeden moralischen Kompass verloren und bewegt sich in Ermangelung von Fakten auch nicht mehr auf dem Boden der Wissenschaft“, meint Bauernbund-Vizepräsident Jens Gerloff. Die Entgleisung Fuests diskreditiere zwar schon im voraus die von der wirtschaftsliberalen Stiftung Marktwirtschaft herausgegebene Studie zur Europäischen Agrarpolitik, so der 62jährige Mutterkuhhalter aus Teetz in der Ostprignitz. Doch auch die Argumentation selbst enthalte schwer wiegende Denkfehler, die die wissenschaftliche Kompetenz der beteiligten Professoren in Frage stellen.

„Die Behauptung Fuests, Versorgungssicherheit beruhe nicht auf möglichst hohen nationalen Selbstversorgungsquoten, sondern auf offenen Märkten dient zwar den Interessen seiner Sponsoren, hat aber wenig zu tun mit der Realität zunehmender globaler Verteilungskämpfe“, argumentiert Gerloff: „So kostengünstig und zuverlässig wie unsere heimische Landwirtschaft den Zugang zu lebensnotwendigen Agrarrohstoffen gewährleistet, werden die militärischen Anstrengungen zur Absicherung weltweiter Lieferketten ganz bestimmt nicht.“ Gerade wenn die von den Professoren kritisierten Agrarsubventionen heruntergefahren werden sollen, müssten Schutzzölle deren ausgleichende Funktion übernehmen, und zwar zulasten offener Märkte.

Die von den Professoren angebotene Entbürokratisierung hingegen sei ein vergifteter Köder, entlarvt Gerloff: „Natürlich würde jeder Landwirt gern auf überflüssige Regelungen wie etwa das novellierte Düngerecht verzichten, aber nicht um den Preis, dass wir dafür unsere sozialen und ökologischen Standards ganz aufgeben. Wir können und wollen nicht konkurrieren mit Hungerlöhnen und Brandrodung in Brasilien oder mit den Agrokonzernen in der Ukraine.“ Wenn Fuest und seine Kollegen so sehr von der hemmungslosen Globalisierung überzeugt sind, sollte zuerst die Subvention des Ifo-Instituts durch den Bund und das Land Bayern entfallen. Gerloff: „Ich finde, die Vergütung eines Institutsleiters könnte sich auch mal am Weltmarkt orientieren.“