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Bauernbund zur Dürrehilfe: wenigstens kein Geld für alle

Der Bauernbund hat sich positiv über das heute freigeschaltete Antragsverfahren zur Dürrehilfe in Brandenburg geäußert. "Wahrscheinlich gibt es kein Geld, aber das wenigstens für alle", sagte Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung. Erstmals müssen bei der Bedürftigkeitsprüfung nicht mehr nur die bäuerlichen Familienbetriebe ihre finanziellen Reserven offenlegen, sondern auch die Gesellschafter der Großbetriebe, freut sich der 53jährige Nebenerwerbs-Landwirt aus Lennewitz in der Prignitz: "Wir wissen, dass sich Agrarminister Jörg Vogelsänger und der Bundestagsabgeordnete Hans von der Marwitz sehr für diese Regelung eingesetzt haben, durch die unsere Bauernhöfe nicht mehr benachteiligt werden. Damit ist eine langjährige Forderung des Bauernbundes erfüllt worden."

Als unbegründet wies Jung die Kritik des Landesbauernverbandes am Antragsverfahren zurück: "Dass der Verband sich erst beschwert, wenn die Agrargenossen sich nicht mehr arm rechnen dürfen, zeigt doch wunderbar, wessen Interessen er eigentlich vertritt." Die Klage des Landesbauernverbandes, aufgrund der Regelung wären die Gesellschafter der Großbetriebe womöglich auf Sozialhilfe angewiesen, sei an Lächerlichkeit nicht zu überbieten.

Da Bund und Länder angesichts der schlimmsten Missernte seit 40 Jahren nicht in der Lage sind, eine Dürrehilfe aufzulegen, die unbürokratisch allen betroffenen Landwirten zugute kommt, sei es vermutlich besser, auf solche Hilfsprogramme künftig ganz zu verzichten, meint der Bauernbund. Jedenfalls müsse die Dürrehilfe im kommenden Jahr exakt ausgewertet werden, fordert Jung: "Die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, wieviel von den Millionen abgerufen wurden und vom wem und wieviel Prozent der Bauern gar nichts bekommen haben. Wir reden über 90 plus x."