Tausend Staue im Jahr sanieren ... das wäre ernstzunehmende PolitikMehr Wasser im Land zu halten ist nach Auffassung des Bauernbundes Brandenburg eine zentrale Aufgabe der Landeskultur von hoher ökonomischer und ökologischer Bedeutung. „Ohne ausreichende Wasserversorgung unserer Kulturpflanzen wachsen keine guten Ernten heran, unter sinkenden Grundwasserständen leidet die ganze Natur“, unterstreicht Bauernbund-Präsident Lutz Wercham und fordert deutlich mehr Engagement der Landesregierung für die teilweise in desolatem Zustand befindliche Gewässerinfrastruktur. In einem Schreiben an Ministerin Hanka Mittelstädt nimmt der 39jährige Ackerbauer aus Wilhelmsaue im Oderland Stellung zur geplanten Wassergesetznovelle und beklagt darin zugleich, dass bessere rechtliche Rahmenbedingungen nur begrenzte Chancen auf Wirksamkeit haben, so lange der politische Wille zur praktischen Verbesserung des Wasserrückhalts fehlt: „Trotz immer wiederkehrender Beteuerungen führender Landespolitiker wurde das Problem bisher stets vertagt.“
Die Vorschläge des Bauernbundes zielen denn auch vor allem auf eine Stärkung der Gewässerunterhaltungsverbände, indem durch eine dem tatsächlichen Wert angepasste geringfügig höhere Beitragsbelastung der bebauten Grundstücke der finanzielle Spielraum der Verbände ausgebaut wird und durch mehr Mitwirkungsmöglichkeiten der Grundstückseigentümer deren Einfluss auf die Verbandsarbeit steigt. Der Bauernbund werde sich konstruktiv an dem Gesetzesvorhaben beteiligen, kündigt Wercham an und appelliert an die Ministerin, darüber hinaus die wichtige Herausforderung des Wasserrückhalts in der Fläche endlich beherzt anzupacken.
