Der Bauernbund Brandenburg vertritt fachkundig und unabhängig die Interessen der bäuerlichen Familienbetriebe im Land und hat aktuell 470 Mitglieder.

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Bauernbund Brandenburg gegen neuen Wolfsmanagementplan: Mittelstädt setzt Symbolpolitik ihres grünen Vorgängers fort

Der Bauernbund Brandenburg hat 2018 die Kampagne wolfsfreiezone.de gestartetDer Bauernbund Brandenburg hat 2018 die Kampagne wolfsfreiezone.de gestartetDer Bauernbund Brandenburg hat den gestern in Potsdam vorgestellten Entwurf für einen neuen Wolfsmanagementplan als „Kniefall der Landesregierung vor der Wolfslobby“ zurückgewiesen. Das Regelwerk verzichte darauf, die im novellierten Bundesjagdrecht vorgesehenen Weideschutzgebiete so zu definieren, dass eine wirksame Gefahrenabwehr möglich wird, kritisierte Bauernbund-Vorstand Frank Michelchen: „Wir fordern seit mehr als zehn Jahren, dass angreifende Wölfe im Umkreis von 1000 Metern um Viehweiden erschossen werden können, weil sie dort nichts zu suchen haben und die Rudel nur auf diese Weise lernen, sich von unseren Schafen, Kälbern oder Fohlen fernzuhalten.“ Von einem solchen echten Management sei der Plan weit entfernt, so der 60jährige Mutterkuhhalter aus Leibsch im Spreewald: „Statt dessen setzt Ministerin Hanka Mittelstädt die nutzlose Symbolpolitik ihres grünen Vorgängers weitgehend unverändert fort.“

Nach dem Entwurf tragen die Weidetierhalter auch künftig die emotionale, finanzielle und bürokratische Hauptlast der wachsenden Wolfspopulation allein, bedauert Michelchen: „Bevor ein Jäger aktiv werden kann, muss ich zunächst einen teuren wirkungslosen Herdenschutzzaun gebaut sowie mindestens ein Nutztier an den Wolf verloren haben und das von einem amtlichen Gutachter rechtssicher bestätigt bekommen.“ Erst dann dürften in engem zeitlichen und räumlichen Zusammenhang mit dem jeweiligen Tierverlust einzelne Wölfe geschossen werden, im ganzen Land allerdings maximal zehn im Jahr. „Völlig absurd in dem Bundesland mit der höchsten Wolfsdichte“, kommentiert Michelchen und spottet: „Bei der seit langem groß angekündigten Wolfsjagd werden also weniger Wölfe ums Leben kommen als im Straßenverkehr.“ Und das auch nur außerhalb von Naturschutzgebieten, obwohl gerade deren Pflege oft die Beweidung durch Schafe erfordert.

Die Untätigkeit der Landesregierung sei um so bedauerlicher, weil naturnahe Weidetierhaltung gerade in der gegenwärtigen schwierigen Situation der Landwirtschaft auch ökonomische Perspektiven bieten könnte, bemängelt der Bauernbund. „Wir haben in Brandenburg viel zu wenige Rinder und Schafe, um den natürlichen Grünlandaufwuchs sinnvoll zu verwerten, die Errichtung neuer Ställe ist aber nach wie vor mit hohen Investitionen und Unsicherheiten verbunden“, beschreibt Michelchen die Lage. Die Ausdehnung der Mutterkuhhaltung auf der Weide hingegen wäre eine für viele Betriebe sinnvolle Option, funktioniert aber nur, wenn die Wölfe im Wald bleiben. Michelchen: „Der vorliegende Entwurf für den Wolfsmanagementplan bietet leider keinerlei Perspektive, wie dieses Ziel auf legalem Weg erreicht werden kann.“