Der Bauernbund Brandenburg vertritt fachkundig und unabhängig die Interessen der bäuerlichen Familienbetriebe im Land und hat aktuell 470 Mitglieder.

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Deutscher Bauernbund stellt sich bundesweit neu auf mit Frank Böcker an der Spitze

Der in Fürstenberg (Havel) neu gewählte Vorstand des Deutschen Bauernbundes, v. l. n. r.: Eckart Weirich, Heiko Stengel, Malte Voerste, Frank Böcker, Martin Dippe und Lutz Wercham (Foto: Valverde)Der in Fürstenberg (Havel) neu gewählte Vorstand des Deutschen Bauernbundes, v. l. n. r.: Eckart Weirich, Heiko Stengel, Malte Voerste, Frank Böcker, Martin Dippe und Lutz Wercham (Foto: Valverde)Der Deutsche Bauernbund hat den Ackerbauern Frank Böcker aus Emden in der Magdeburger Börde zu seinem neuen Präsidenten gewählt und die organisatorischen Voraussetzungen dafür geschaffen, seine Aktivitäten bundesweit auszudehnen. Auf der Mitgliederversammlung des Dachverbandes, der bisher vor allem in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen präsent war, wurde der Bauernbund Brandenburg als weiterer Landesverband aufgenommen, außerdem der neu gegründete Bauernbund26 für Berufskollegen aus den Bundesländern, in denen es noch keinen eigenen Landesverband gibt. „Wir wollen die Stimme der bäuerlichen Familienbetriebe sein“, sagte Böcker und betonte, dass der Einsatz für eine vielfältige Agrarstruktur Schwerpunkt der Verbandsarbeit bleiben werde: „Die Gemeinsame Agrarpolitik muss solide ausfinanziert sein, Kappung und Degression sind so zu gestalten, dass sie die leistungsfähigen ortsansässigen Landwirte stärken und überregionale Investoren ausschließen.“ Auch auf Landesebene sollten Agrarstrukturgesetze eine breite Streuung des Eigentums und viele Selbständige fördern, wünscht sich der Bauernbund.

Erster Vizepräsident wurde der Schweine- und Schafhalter Malte Voerste aus Brambauer im Ruhrgebiet, der erst vor zwei Monaten den gerade stark wachsenden Bauernbund26 ins Leben gerufen hat. Bei den Protesten habe er gelernt, wie wichtig es sei, den Druck von der Straße in verbindliche politische Forderungen umzusetzen: „Deshalb bin ich froh, mit dem Bauernbund eine Berufsvertretung zu haben, wo ich mit Gleichgesinnten auf Augenhöhe zusammenarbeiten kann.“ Inhaltlich liegt Voerste besonders die Stellung der Landwirtschaft in der Wertschöpfungskette am Herzen – er will über eine Vertragspflicht mit vorab zu vereinbarenden Mengen und Preisen faire Lieferbedingungen bei Milch und Schlachtvieh durchsetzen.

Zweiter Vizepräsident wurde der Ackerbauer Lutz Wercham aus Wilhelmsaue im Oderbruch. Ihm ist ein Gleichgewicht zwischen konstruktiver Lobbyarbeit und selbstbewusstem Auftreten wichtig: „Wir reden den Politikern nicht nach dem Mund – unsere bäuerlichen Betriebe haben wir nach der Wende auch nicht mit, sondern gegen die herrschende Agrarpolitik aufgebaut.“ Wercham verlangt als Sofortmaßnahmen gegen die Krise im Ackerbau die vollständige Aussetzung der CO2- und Energiesteuern auf landwirtschaftliche Kraftstoffe sowie ein Importverbot für Getreide aus der Ukraine. Außerdem will er den freien Zugang zu Saatgut wieder herstellen: „Die Genetik der Nutzpflanzen gehört uns und nicht der Industrie.“

Für Kontinuität steht der bisherige Präsident Eckart Weirich, Ackerbauer aus dem thüringischen Zottelstedt, der dem sechsköpfigen Vorstand ebenfalls als Vizepräsident angehört: „Ich freue mich über die neuen Mitglieder, die neuen Impulse und darüber, dass ich den Ausbau des Deutschen Bauernbundes zu einer starken bundesweiten Interessenvertretung in den nächsten Jahren begleiten und unterstützen kann.“

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